Wer im B2B-Kontext arbeitet und dabei nach einem neuen CRM-System sucht, stößt bei seiner Recherche ganz automatisch früher oder später auf Softwaresysteme, wie HubSpot und Pipedrive. Beide Plattformen genießen einen exzellenten Ruf, sowie eine treue Nutzerbasis und doch könnten sie in ihrer Ausrichtung kaum unterschiedlicher sein.
HubSpot und Pipedrive im Kurzportrait
HubSpot: Die leistungsfähige All-in-One-Plattform
HubSpot wurde 2006 gegründet und hat sich seither von einem reinen Inbound-Marketing-Tool zu einer umfassenden Unternehmensplattform entwickelt. Das HubSpot CRM bildet dabei die zentrale Datenbasis, auf der Marketing, Vertrieb und Kundenservice gemeinsam aufbauen. Je nach Bedarf lassen sich separate Hubs, wie der HubSpot Sales Hub, HubSpot Marketing Hub, HubSpot Service Hub oder der HubSpot Content Hub hinzubuchen, die alle auf derselben Datenbasis laufen und nahtlos ineinandergreifen.
Der Grundgedanke hinter HubSpot ist, Datensilos zwischen Abteilungen und im Rahmen der alltäglichen Kundenarbeit sukzessive zu minimieren und so die Effizienz weiter auszubauen.
Pipedrive: Das vertriebsorientierte CRM
Pipedrive wurde 2010 von Vertriebsprofis für Vertriebsprofis mit einem klaren Ziel entwickelt, nämlich: ein CRM zu schaffen, das den Alltag von Sales-Teams wirklich vereinfacht, anstatt primär die Bedürfnisse des Managements zu bedienen. Das Herzstück ist eine visuelle, intuitive Sales-Pipeline, die auf dem Prinzip des activity-based selling basiert. Das bedeutet: Jede Verkaufschance braucht immer eine konkrete, sowie geplante nächste Aktion, ansonsten bewegt sich nichts.
Pipedrive ist damit kein All-in-One-System wie HubSpot. Vielmehr ist es als ein fokussiertes Vertriebs-Tool einzuordnen.
Funktionsvergleich: Was leisten beide Systeme?
| Feature | HubSpot | Pipedrive |
| Benutzeroberfläche | Modern, intuitiv, viele Vorlagen | Sehr einfach, klares Pipeline-Design |
| Lead-Management | Automatisierte Erfassung, Lead-Scoring, Segmentierung | Lead-Erfassung und Qualifizierung, weniger Automatisierung |
| Pipeline-Management | Mehrere Pipelines, Drag-and-drop, individuelle Stufen | Visuelles Pipeline-Board, schnelle Anpassung |
| Automatisierung | Umfangreiche Workflows für E-Mails, Aufgaben, Benachrichtigungen |
Automatisierungen ab mittlerem Paket, Fokus auf Sales-Abläufe |
| E-Mail Integration | Integriert inklusive Tracking, Vorlagen, Sequenzen | Integriert, aber weniger umfangreich |
| Marketing Funktionen | Vollständig integriert (E-Mail, Landingpages, Lead-Nurturing) | Nur über externe Integrationen möglich |
| Reporting & Dashboards | Sehr umfangreich, viele Filter und Visualisierungen | Solide Standard-Reports, weniger Tiefe |
| KI-Funktionen | KI-gestütztes Lead-Scoring, Empfehlungen, Content-Generierung | KI-Vertriebsassistent für Follow-ups, Smart Docs |
| Mobile App | iOS und Android, alle Funktionen verfügbar | Mobile App mit Fokus auf Pipeline und Kontakte |
| DSGVO-Konformität | EU-Hosting möglich, DSGVO-konform | EU-Server, Datenschutzoptionen vorhanden |
Pipeline-Management: Wo liegen die Unterschiede?
Das Pipeline-Management ist das Herzstück jedes CRM-Systems im B2B-Vertrieb und genau hier zeigen sich die charakteristischen Unterschiede zwischen HubSpot und Pipedrive am deutlichsten.
Pipedrive: Fokus auf visuelle Einfachheit
Pipedrive ist bekannt für sein besonders intuitives Kanban-Board, das Vertriebsteams auf Anhieb ein besseres Verständnis bei ihrer vertrieblichen Arbeit liefern soll. Deals lassen sich per Drag-and-drop zwischen Phasen verschieben, Farbcodierungen zeigen auf einen Blick, welche Opportunities gerade Aufmerksamkeit brauchen und automatische Deal-Verfallsregeln sorgen dafür, dass stagnierende Deals nicht einfach in der Pipeline verschwinden. Wer schnell starten will, ohne sich durch aufwendige Konfigurationen zu arbeiten, findet bei Pipedrive einen klaren Vorteil.
HubSpot: Mehr Tiefe für komplexe B2B-Prozesse
Bei HubSpot hingegen liegt die Besonderheit im Deal-Datensatz, welcher sich deutlich umfangreicher als bei Pipedrive gestaltet. Produktzuordnungen, Quotes, Forecasting-Kategorien und die vollständige Kontakthistorie sind tief integriert und jederzeit abrufbar. Für B2B-Unternehmen mit langen Sales-Cycles und mehreren Entscheidungsträgern im Buying Center markiert diese Detailtiefe eine echte Bereicherung für ihre tägliche Arbeit.
Hinzu kommt, dass Leads aus Kampagnen, Website-Formularen oder Chatbots automatisch in die Pipeline fließen und dort direkt und ganz ohne manuelle Zwischenschritte weiterverarbeitet werden können. Mit anderen Worten: In den Fällen, in denen Marketing und Vertrieb abteilungsübergreifend zusammenarbeiten sollen, spielt HubSpot seine Stärken voll aus.
Neben HubSpot und Pipedrive findet ihr in einem weiteren Blogartikel auch eine ausführliche Gegenüberstellung zwischen HubSpot und ActiveCampaign.
Marketing-Automatisierung und Lead-Nurturing
Beim Thema Marketing Automatisierung und Lead Nurturing trennen sich die Wege der beiden Systeme besonders deutlich. Insbesondere um einen angemessenen CRM-Vergleich zu gewährleisten, ist auf diesen entscheidenden Punkt vor allem einzugehen.
HubSpot wurde ursprünglich als Inbound-Marketing-Plattform entwickelt, weshalb Marketing Automatisierung kein nachträgliches Add-on markiert, sondern von Anfang an zum Kern gehört. E-Mail-Kampagnen, Landingpages, Formulare, Lead-Scoring, Chatbots und SEO-Empfehlungen sind nativ integriert und greifen direkt auf die CRM-Daten zu. Das ermöglicht verhaltensbasierte Automatisierungen, die in der Praxis einen großen Unterschied machen. So kann ein Lead, der eine bestimmte E-Mail öffnet oder eine Produktseite besucht, automatisch und ganz ohne Zuhilfenahme externer Tools in eine andere Pipeline-Phase verschoben oder einem anderen Sales-Mitarbeiter zugewiesen werden.
Pipedrive verfolgt hier einen anderen Ansatz. Als primäres Vertriebs-Tool bietet es Marketing-Funktionen wie E-Mail-Kampagnen zwar als kostenpflichtige Add-on an (etwa Campaigns ab 13,33 €/Monat), aber diese sind nicht nativ ins System integriert. Wer umfassendes Lead-Nurturing betreiben möchte, ist bei Pipedrive auf externe Integrationen angewiesen. Das ist kein grundsätzlicher Nachteil, aber es bedeutet mehr Aufwand und in der Regel auch höhere Gesamtkosten.
Für B2B-Unternehmen, die Inbound-Marketing und Vertrieb eng verzahnen wollen, ist HubSpot in diesem Bereich klar überlegen.
Preisvergleich: HubSpot vs. Pipedrive
Die Preisstruktur beider Systeme unterscheidet sich grundlegend, weshalb ein direkter Vergleich auf den ersten Blick etwas irreführend sein kann.
| Stufe | HubSpot | Pipedrive |
| Kostenlos | 0 € (CRM-Basis, bis 5 Nutzer) | Nicht verfügbar (14 Tage Testphase) |
| Starter/ Essential | ab 20 € | 14 € |
| Professional/ Advanced | ab 100 € (zzgl. Einrichtungsgebühr) | 39 € |
| Enterprise/ Premium | ab 150 € (zzgl. Einrichtungsgebühr) | 59 – 79 € |
Was die Zahlen wirklich bedeuten
Auf den ersten Blick wirkt Pipedrive deutlich günstiger und für reine Vertriebsteams, die keine Marketing-Funktionen benötigen, stimmt das auch. Sobald jedoch Marketing-Automatisierung, umfangreiches Reporting oder abteilungsübergreifende Prozesse ins Spiel kommen, steigen die Gesamtkosten bei Pipedrive durch notwendige Add-ons und externe Tools schnell an.
HubSpot bietet mit seiner kostenlosen CRM-Version einen risikofreien Einstieg, der für viele Teams bereits ausreicht, um erste Prozesse zu digitalisieren. Die Kosten steigen allerdings, sobald einzelne HubSpot Hubs, wie der Sales Hub Professional oder Enterprise gebucht werden. Wenn ihr eine genaue Einschätzung über die Kosten bei HubSpot haben wollt, empfehlen wir euch unseren Blogartikel zum Thema HubSpot Kosten, sowie für eine schnelle Einordnung unseren HubSpot ROI Rechner.
Unterm Strich gilt: Für kleine B2B-Teams mit klarem Vertriebsfokus ist Pipedrive oft die kosteneffizientere Wahl. Für wachsende Unternehmen, die Marketing und Vertrieb auf einer gemeinsamen Plattform skalieren wollen, bietet HubSpot jedoch langfristig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Integrationen und Schnittstellen
Beide Systeme sind gut aufgestellt, wenn es um externe Integrationen geht, bieten jedoch unterschiedliche Tiefe, welche wir uns nachfolgend genauer ansehen.
HubSpot bietet einen umfangreichen App-Marktplatz mit über 1.500 Integrationen, die von Google Workspace und Microsoft 365 über Buchhaltungssoftware wie DATEV bis zu Projektmanagement-Tools und ERP-Systemen reichen. Die offene API ermöglicht individuelle Anpassungen und den Anschluss an komplexe IT-Landschaften, wie sie in vielen B2B-Unternehmen üblich sind.
Pipedrive hingegen verfügt ebenfalls über einen soliden App-Marktplatz mit Standardintegrationen zu Google Workspace, Microsoft 365, Zapier und gängigen Support-Tools. Die API ist für Entwickler ebenfalls gut zugänglich und erlaubt eigene Erweiterungen.
Für Standard-Integrationen sind beide Systeme zwar auf Augenhöhe, wer jedoch komplexe Marketing-Stacks oder umfangreiche Service-Prozesse nativ abbilden möchte, findet bei HubSpot langfristig die größere Auswahl.
Reporting und Analytics
Transparenz über den eigenen Vertrieb ist im B2B-Bereich keine Kür, sondern Pflicht und auch hier unterscheiden sich beide Systeme erheblich.
HubSpot bietet umfangreiche Dashboards und Berichte, die Leads, Abschlüsse, Team-Performance, Pipeline-Entwicklung und Marketing-ROI in einem gemeinsamen Bild zusammenführen. Individuelle Filter, Visualisierungen und Exportfunktionen ermöglichen tiefgehende Analysen, die sowohl dem Vertriebsteam als auch dem Management echten Mehrwert liefern. Besonders für Unternehmen, die Vertrieb und Marketing gemeinsam auswerten wollen, ist das ein erheblicher Vorteil.
Ihr möchtet mehr über HubSpot Reporting und HubSpot Dashboards erfahren? Dann findet ihr in unserem Blogartikel eine umfassende Zusammenstellung zu den vielseitigen Möglichkeiten in HubSpot.
Pipedrive auf der anderen Seiten liefert solide Standard-Reports zu Pipeline-Status, Aktivitäten und Abschlussquoten, die für fokussierte Vertriebsteams vollkommen ausreichen. Wer jedoch individuelle KPIs definieren oder abteilungsübergreifende Auswertungen erstellen möchte, stößt bei Pipedrive schnell an Grenzen und ist auf externe BI-Tools angewiesen. Im Rahmen eines fundierten CRM-Vergleichs ist gerade diese Funktion auf jeden Fall im Entscheidungsprozess zu berücksichtigen.
DSGVO und Datenschutz
Eine weitere wichtige Entscheidungsgrundlage für oder gegen einen bestimmten Anbieter, ist das immer wichtiger werdende Thema Datenschutz. Für B2B-Unternehmen im DACH-Raum markiert die DSGVO-Konformität eines CRM-Systems eine rechtliche Grundvoraussetzung und ist daher mit besonderer Sorgfalt zu behandeln.
HubSpot bietet EU-Hosting, DSGVO-konforme Prozesse, individuelles Einwilligungsmanagement und automatisierte Datenlöschung nach Ablauf gesetzlicher Fristen. Darüber hinaus lassen sich Zugriffsrechte granular vergeben, sodass jeder Mitarbeiter nur die Daten sieht, die er für seine Arbeit benötigt.
Pipedrive hingegen hostet Daten ebenfalls auf europäischen Servern und bietet vergleichbare Datenschutzfunktionen, darunter individuelle Zugriffsrechte sowie die Möglichkeit, Einwilligungen und Datenlöschungen zu dokumentieren.
Beide Systeme erfüllen somit die Anforderungen des deutschen Mittelstands in puncto Datenschutz durchaus zuverlässig.
Für wen eignet sich welches CRM?
HubSpot vs. Pipedrive? Welcher Anbieter ist nach allen Punkten nun der Richtige im CRM-Vergleich? Das ist letztlich die entscheidende Frage. Zwar gibt es keine pauschale Antwort auf diese Frage, um euch jedoch den Entscheidungsprozess etwas leichter zu gestalten, haben wir euch nachfolgend mögliche Fußgängerpunkte zusammengestellt, die euch bei der Auswahl für oder gegen HubSpot oder Pipedrive helfen können.
HubSpot ist die richtige Wahl, wenn…
- Marketing und Vertrieb auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten und Datensilos vermieden werden sollen
- Lead-Nurturing, Inbound-Marketing und E-Mail-Automatisierung zentrale Rollen im Vertriebsprozess spielen
- das Unternehmen plant, schnell zu wachsen und mehrere Abteilungen auf einer Plattform zu vernetzen
- komplexe B2B-Sales-Cycles mit langen Entscheidungsprozessen und mehreren Stakeholdern die Norm sind
- ein umfangreiches Reporting über Marketing-ROI und Vertriebsperformance gefragt ist
Pipedrive ist die richtige Wahl, wenn…
- der Fokus klar auf dem Vertriebsprozess liegt und Marketing-Funktionen eine nachrangige Rolle spielen
- das Team überschaubar ist (2–50 Personen) und schnell starten will, ohne aufwändige Konfigurationen
- eine intuitive, visuelle Sales-Pipeline im Mittelpunkt der täglichen Arbeit stehen soll
- das Budget begrenzt ist und keine umfangreichen Marketing-Stacks benötigt werden
- klassischer B2B-Vertrieb mit einem Mix aus Outbound und Inbound betrieben wird
Fazit: HubSpot vs. Pipedrive im CRM-Vergleich
Der CRM-Vergleich zwischen HubSpot und Pipedrive fußt letztendlich auf einer zentralen Frage: Was ist die strategische Ausrichtung des jeweiligen Unternehmens?
Pipedrive ist ein exzellentes, fokussiertes Vertriebs-Tool. Für B2B-Teams, die ihren Sales-Prozess strukturieren und digitalisieren wollen, ohne sich in Komplexität zu verlieren, ist Pipedrive eine starke und kosteneffiziente Wahl.
HubSpot dagegen bietet neben dem CRM, ein Betriebssystem für alle kundenbezogenen Prozesse und das von der ersten Marketingkampagne bis zum After-Sales-Service. Wer Marketing, Vertrieb und Service auf einer gemeinsamen Datenbasis vereinen und diese Bereiche gemeinsam skalieren will, ist bei HubSpot sehr gut aufgehoben.
Die Wahl hängt letztlich davon ab, wo das Unternehmen heute steht und wohin es in den nächsten Jahren will. Ihr möchtet mehr über die Unterschiede zwischen HubSpot und Pipedrive erfahren oder euch dazu beraten lassen, welches System am besten zu euch passt? Dann sprecht uns gerne an. Unsere Experten unterstützen euch bei allen Fragen rund um HubSpot und Pipedrive.