Wer HubSpot schon länger nutzt, dürfte der HubSpot Commerce Hub bereits ein Begriff sein. Diesem liegt die Lösung für Angebote, Zahlungen und Rechnungsstellung direkt im CRM zugrunde. Seit einiger Zeit jedoch trägt dieser HubSpot Hub nun einen neuen Namen, den sogenannten HubSpot Revenue Hub. Doch wer dahinter nur ein Rebranding vermutet, liegt falsch. Die Umbenennung steht für eine inhaltliche Weiterentwicklung, die den gesamten Umsatzprozess neu definiert und dabei an einem Punkt ansetzt, der in vielen Unternehmen nach wie vor für Reibung sorgt.
Was ist der HubSpot Revenue Hub?
Der HubSpot Revenue Hub ist die Weiterentwicklung des bisherigen HubSpot Commerce Hub. Während der Commerce Hub vor allem Zahlungen, Rechnungen und einfache Abrechnungsprozesse im CRM abgebildet hat, geht der Revenue Hub einen entscheidenden Schritt weiter. Er verbindet den gesamten Weg vom Angebot bis zur Zahlung als durchgängigen, zusammenhängenden Prozess und zwar auf derselben Plattform, auf der die Kundendaten bereits liegen.
Das klingt zunächst nach einer Erweiterung bestehender Funktionen, in der Praxis bedeutet es aber einen grundlegenden Perspektivwechsel. Nicht mehr einzelne Commerce-Funktionen stehen im Mittelpunkt, sondern der vollständige Quote-to-Cash-Prozess als System.
Vom Commerce Hub zum Revenue Hub: Was hat sich geändert?
Der Ausgangspunkt: Fragmentierte Umsatzprozesse
Um zu verstehen, warum dieser Wandel relevant ist, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen möglicher Sales-Prozesse. Denn häufig kommt es in Unternehmen vor, dass nach einem gewonnenen Deal, das Angebot im CRM liegt, der Vertrag jedoch in einem separaten Tool, die Rechnung wiederum aus dem ERP-System kommt und die letztliche Zahlung über einen externen Dienstleister abgewickelt wird. Jeder Schritt bedeutet demzufolge eine Übergabe zwischen Systemen und damit mögliche Reibungspunkte, manuelle Arbeit und fehlende Transparenz. Was auf dem Papier wie ein sauberer Prozess aussieht, kann in der Praxis oft zu einer Abfolge potenzieller Systembrüche mutieren.
Genau hier setzt der Revenue Hub an, mit der Logik: Diesen fragmentierten Ablauf durch einen durchgängigen Prozess zu ersetzen, der alle Schritte miteinander verbindet. Das bedeutet im Umkehrschluss: Das Angebot (Quote) geht nahtlos über in die Vertragsgestaltung (Contract), von da aus in die Rechnungsstellung (Billing), von wo aus es dann in Richtung Bezahlung (Payment), Vertragsverlängerung (Renewal) und Vertragserweiterung (Expansion) geht.
Was der Commerce Hub bereits konnte
Der HubSpot Commerce Hub war seit 2024 fester Bestandteil des HubSpot-Ökosystems und hat bereits vieles vereinfacht. Angebote erstellen, Zahlungslinks versenden, Rechnungen stellen, einfache Subscription-Modelle verwalten, all das war direkt im CRM möglich, ohne externe Tools und bildete einen echten Fortschritt gegenüber klassischen CRM-Setups, in denen diese Schritte zwangsläufig in verschiedenen Systemen stattfinden.
Allerdings lag der Fokus des Commerce Hub auf einzelnen Commerce-Funktionen, nicht auf dem übergeordneten Umsatzprozess. Angebote, Verträge und Zahlungen gehörten zwar zusammen, waren jedoch noch nicht als zusammenhängendes System gedacht.
Was der Revenue Hub neu bringt
Der HubSpot Revenue Hub schließt genau diese Lücke. Unterschriebene Angebote werden automatisch in strukturierte Vertragsdatensätze überführt, ohne manuelle Einrichtung und ohne Lücken bei der Übergabe. Die Abrechnung startet automatisch, sobald ein Angebot angenommen wird. Dadurch entfallen mögliche Reibungspunkte, wie manuelle Rechnungserstellungen und Übergaben zwischen beteiligten Teams. Stattdessen laufen Vertriebs-, Vertrags- und Zahlungsdaten auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammen, sodass alle Teams in Echtzeit mit denselben Zahlen arbeiten können.
Hinzu kommt die KI-gestützte Angebotserstellung über CPQ (Configure-Price-Quote). Das bedeutet: Vertriebsmitarbeitende können Angebote per Chat-Prompt erstellen, ohne ihren Workflow zu verlassen. Breeze, die HubSpot KI, berücksichtigt dabei den vollständigen Kundenkontext und sorgt dafür, dass jedes versendete Angebot nicht nur schnell erstellt, sondern auch das inhaltlich passende ist. Ergänzt wird das Ganze durch einen Payments Agent, der überfällige Rechnungen priorisiert, personalisierte Inkasso-E-Mails verfasst und die Nachverfolgung übernimmt, ganz ohne dass das Vertriebsteam manuell eingreifen muss.
Die Kernfunktionen des HubSpot Revenue Hub im Überblick
Angebote und CPQ
Angebote lassen sich direkt aus dem Dealdatensatz heraus erstellen und das per Drag-and-Drop oder über KI-Prompts. Das integrierte CPQ-System ermöglicht es, Produkt-Bundles zu konfigurieren, Preisregeln anzuwenden und Rabattgrenzen festzulegen. Auf Kundenseite spiegelt sich dieser Vorteil ebenfalls wider. So können Kunden künftig Angebote prüfen, unterschreiben und die Zahlung an einem einzigen Ort abwickeln, ohne zwischen verschiedenen Systemen oder Dokumenten wechseln zu müssen.
Verträge
Sobald ein Angebot unterschrieben ist, fließt es automatisch in einen Vertragsdatensatz. Laufzeiten, Konditionen und Verlängerungstermine sind dabei zentral hinterlegt und für Vertrieb, Customer Success und Finance gleichermaßen sichtbar. So wird doppelte Datenpflege vermieden und die Informationsübergabe zwischen Teams effizienter gestaltet.
Abonnementabrechnung
Wiederkehrende Abrechnungen lassen sich präzise steuern, auch dann, wenn Kunden während der Vertragslaufzeit Änderungen vornehmen. Upgrades, Downgrades und Vertragsanpassungen werden automatisch in der Abrechnung berücksichtigt, ohne dass jemand manuell nachrechnen oder korrigieren muss.
Rechnungsstellung
Rechnungen werden im eigenen Branding versendet, sind direkt mit dem Kundendatensatz verknüpft und spiegeln den tatsächlichen Vertrag wider. Das manuelle Übertragen von Daten zwischen Systemen entfällt vollständig, was nicht nur Zeit spart, sondern auch Fehlerquellen nachhaltig minimiert.
Zahlungen
Der Revenue Hub unterstützt Zahlungen per Kreditkarte, ACH, Apple Pay und Google Pay über HubSpot Payments sowie über Kreditkarte, SEPA, BACS und PADs über Stripe. Der Zahlungsstatus bleibt in Echtzeit in HubSpot aktuell, sodass alle Beteiligten jederzeit den aktuellen Stand sehen.
Umsatzberichte
Vertrieb, Customer Success, Finance und RevOps arbeiten mit derselben Datenbasis. Angebote, Verträge und Zahlungen fließen in ein gemeinsames Reporting ein, das keine manuellen Zusammenführungen mehr erfordert. Das Ergebnis ist ein einheitliches Umsatzbild, das alle Teams zur selben Zeit sehen.
Für wen lohnt sich der HubSpot Revenue Hub?
Auch wenn die Änderungen vom HubSpot Commerce Hub hin zum HubSpot Revenue Hub mit vielen Vorteilen verbunden ist, so eignet sich dieser nicht für jedes Unternehmen. So entfaltet der Revenue Hub seinen Mehrwert vor allem dort, wo Umsatzprozesse bislang fragmentiert organisiert sind und wo mehrere Teams an denselben Daten arbeiten, ohne eine gemeinsame Grundlage zu haben.
Besonders vom Revenue Hub profitieren B2B-Unternehmen mit komplexen Angebotsprozessen, die Freigaben, Rabattregeln und individuelle Konditionen abbilden müssen. Ebenso für SaaS-Unternehmen und Anbieter mit Subscription-Modellen, die wiederkehrende Umsätze, Vertragslaufzeiten und Verlängerungen zentral verwalten wollen, sowie für wachsende Revenue-Teams, die Vertrieb, Customer Success und Finance auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführen möchten, ohne dafür eine komplexe Systemlandschaft aufzubauen, markiert der Revenue Hub einen interessanten weiteren HubSpot Hub.
Weniger geeignet ist der Revenue Hub jedoch für Unternehmen, die eine eigenständige, hochspezialisierte Abrechnungslösung benötigen. Etwa für sehr komplexe ERP-Integrationen oder spezifische regulatorische Anforderungen, die über den HubSpot-Marketplace nicht abgedeckt werden können. Hier kann es sinnvoller sein, eine dedizierte Lösung zu evaluieren und diese über Integrationen mit HubSpot zu verbinden.
HubSpot Revenue Hub: Preise und Verfügbarkeit
Der Revenue Hub ist in drei Stufen verfügbar, wobei der Einstieg kostenlos ist:
| Paket | Preis | Enthaltene Funktionen |
| Free | ab 0 €/Monat | Rechnungen, Zahlungslinks, Abonnements |
| Professional | ab 90 €/Monat | Angebote, Verträge, E-Signatur (25/Nutzer/Monat), Revenue Analytics Suite, automatische Mehrwertsteuer |
| Enterprise | ab 150 €/Monat | Alle Professional-Funktionen, erweiterte Angebotsgenehmigungen, E-Signatur (50/Nutzer/Monat) |
Für die Zahlungsabwicklung fallen zusätzlich transaktionsbasierte Gebühren an. Wer HubSpot Payments nutzt, zahlt bei Kartenzahlungen 2,9 % plus 0,5 % Plattformgebühr, bei ACH-Zahlungen 0,8 % mit einem Cap von 10 € plus 0,5 % Plattformgebühr. Wer Stripe über den Revenue Hub nutzt, zahlt die Standard-Stripe-Gebühren zuzüglich 0,75 % Plattformgebühr.
Revenue Hub und Breeze: KI als integraler Bestandteil
Ein wesentlicher Unterschied zum Commerce Hub ist die tiefe Integration von Breeze, der KI-Plattform von HubSpot. Während KI in vielen Tools als separates Feature angedockt wird, ist sie im Revenue Hub Teil des eigentlichen Prozesses.
Angebote entstehen per Chat-Prompt statt per manueller Konfiguration. Der Closing Agent beantwortet Kundenfragen rund um die Uhr, ohne dass ein Vertriebsmitarbeiter eingreifen muss. Der Customer Agent dagegen ermöglicht es Kunden, Rechnungen eigenständig zu finden und zu bezahlen, und der Payments Agent übernimmt die Nachverfolgung überfälliger Rechnungen, priorisiert nach Zahlungsrisiko und Umsatzwirkung.
Das hat zur Folge, dass Prozesse, die bisher manuelle Eingriffe erfordert haben, künftig automatisiert erfolgen. Das entlastet einerseits Teams und reduziert darüber hinaus die Fehleranfälligkeit an den Stellen, an denen Übergaben zwischen Menschen und Systemen stattfinden.
Was bedeutet das für bestehende Commerce Hub Nutzer?
Wer den HubSpot Commerce Hub bereits nutzt, muss sich keine Sorgen machen. Der HubSpot Revenue Hub ist die direkte Weiterentwicklung und bestehende Daten, sowie Prozesse und Integrationen bleiben vollständig erhalten. Die Umbenennung ist keine Migration, sondern eine Erweiterung des bisherigen Funktionsumfangs auf derselben Plattform.
Bestehende Angebote, Rechnungen und Zahlungslinks bleiben unverändert. Neue Funktionen wie Verträge, CPQ und die Revenue Analytics Suite stehen je nach gewähltem Paket zur Verfügung. Lediglich die Preisstruktur bleibt transaktionsbasiert. Das bedeutet, dass keine zusätzlichen Grundgebühren für die Software selbst anfallen.
Fazit: Der HubSpot Revenue Hub – mehr als ein neuer Name für den Commerce Hub
Die Umbenennung des Commerce Hub in den Revenue Hub markiert einen inhaltlichen Schritt weg von einzelnen Commerce-Funktionen, hin zu einem vollständigen Quote-to-Cash-System im HubSpot CRM. Für Unternehmen, die Vertrieb, Finance und Customer Success auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführen wollen, markiert diese Änderung einen relevanten Fortschritt.
Die Integration von KI über Breeze, die automatische Vertragserstellung und die Revenue Analytics Suite heben den Revenue Hub deutlich über das hinaus, was der Commerce Hub bisher leisten konnte. Ob sich der Einsatz lohnt, hängt letztlich davon ab, wie fragmentiert die eigenen Umsatzprozesse heute sind und wie viele Reibungspunkte zwischen Angebot, Vertrag und Zahlung täglich entstehen.
Ihr habt Fragen zum HubSpot Commerce Hub, was sich mit dem Wandel zum HubSpot Revenue Hub alles für euer Unternehmen ändert, oder ihr möchtet wissen, ob der Revenue Hub auch für euch relevant ist? Dann sprecht uns gerne an. Unsere HubSpot Experten unterstützen euch bei all euren Fragen rund um HubSpot.